Wie hoch darf ein Sichtschutzzaun eigentlich sein? Ärger am Gartenzaun vermeiden

Der Wunsch nach Privatsphäre dehnt sich meist auch auf die Terrasse und den Garten aus. Im Sommer dient das eigene Refugium im Freien mehrheitlich als erweiterter Wohnraum und mancher Gartenbesitzer kann es gar nicht abwarten, bis die Grillsaison nach den kalten Monaten wieder beginnt.

Andere bevorzugen die Terrasse als idealen Platz zum Sonnenbaden. Neugierige Blicke sind bei diesen oder ähnlichen Aktivitäten in der Regel unerwünscht. Um sich vor störender Beobachtung zu schützen, leistet ein Sichtschutzzaun wertvolle Dienste. Eine blickdichte Hecke wäre eine Alternative, aber die benötigt jährliche Rückschnitte. Mauern wirken sehr mächtig und kosten mehr als ein Sichtschutzzaun.

Wie hoch darf ein Sichtschutzzaun sein, damit er die gesetzlichen Vorschriften erfüllt?

Zäune aus Polen / Sichtschutzzaun

Sichtschutzzaun

Für die Gestaltung der Grundstücksgrenze bedarf es keine Baugenehmigung, solange die geltenden Regeln Beachtung finden. Die gesetzlichen Vorschriften zur Errichtung eines Sichtschutzzauns bestimmt die Landesbauverordnung und das Nachbarrecht. Allerdings unterscheiden sich die Vorgaben von Bundesland zu Bundesland. In seltenen Fällen existieren sogar eigene Gesetze auf kommunaler Ebene.

Bezüglich der Höhe auf Nummer sicher gehen

Wer vermeiden möchte, dass ein bereits errichteter Sichtschutzzaun wieder entfernt werden muss, sollte vor dem Aufbau beim zuständigen Bauamt anrufen und um Auskunft bitten. Eventuell stehen entsprechende Informationen auf der Internetseite der Stadt oder Gemeinde. In Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen darf ein Sichtschutzzaun für ein innerörtliches Grundstück bis zu 1,80 m hoch sein. In Hessen sind nur maximal 1,50 m erlaubt.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Außer der Höhe unterliegt die Errichtung eines Sichtschutzzauns:

  • der Ortsüblichkeit
  • der Rücksicht

zu 1.) Ortsüblich heißt, dass sich die Einfriedung der Umgebung anpassen muss. Fehlen im Bebauungsplan konkrete Angaben, dürfte ein Zaun, der den Rahmen des Üblichen nicht sprengt, kein Problem darstellen. Gegebenenfalls bringt auch hier die Nachfrage bei der Gemeinde Licht ins Dunkle.

zu. 2.) Der geplante Sichtschutzzaun darf für den Nachbarn keine extremen Nachteile bedeuten. Eine Verletzung der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme wäre zum Beispiel ein Zaun, der auf das angrenzende Grundstück vergleichsweise viel Schatten wirft.

Damit der nachbarschaftliche Frieden gewahrt bleibt, empfiehlt sich im Vorfeld eine Verständigung mit den Anrainern. Meist erteilen die Nachbarn ihr Einverständnis. Wahrscheinlich liegt es sogar in ihrem Interesse, wenn sie hinter dem Sichtschutzzaun ebenfalls einen persönlichen Lebensbereich haben, der nicht eingesehen werden kann.